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Wie jedes
unterdurchschnittlich musikalische Kind wurde auch ich zu Grundschulzeiten in
einen Blockflöten-Kurs gesteckt, den ich aber relativ zügig wieder verlassen
musste weil ich mit der scheiß Flöte lieber Fußball gespielt habe und die
anderen Teilnehmer dadurch wohl in Ihrem Lernfluss blockiert habe.
Ein paar Jahre hatte ich dann Ruhe,
bis meine Eltern die Idee hatten mich in einen Akustik-Gitarren Kurs zu stecken.
Nach
ein paar Monaten fiel mir auf das ich ohne Üben nicht wirklich weiterkomme und
das Beatles-Songs und "Hoch auf dem gelben Wagen" nicht gerade das gelbe vom Ei
waren. Trotzdem habe ich wenn ich mich recht entsinne 1 1/2 Jahre vor mich hingeklmapft und nach zahlreichen Versuchen einen einzigen Song perfekt spielen
können (Lady in Black, 2 Akkorde). Irgendwie viel mir dann auf das Akustik
Gitarre in Kombination mit den, im Kurs angebotenen Songs echt schwul war und
habe mich dann eher auf Rauchen, Alkohol und Skaten konzentriert. Aus dem Skaten
ist leider nicht mehr viel geworden, außer das ich da zum ersten mal mit
härterer Musik in Berührung kam (Suicidal
Tendencies - "Posessed To Skate", der Hit zu der Zeit). Aber zumindest das
Rauchen und Trinken habe ich seit dieser Zeit perfektioniert und bis heute
durchgehalten. Jedenfalls viel mir dann auf das alles was ich bisher an Musik
gehört hatte, die totale Verarschung war und das ich, wenn ich überhaupt ein
Instrument spielen würde, es ein verzerrte Gitarre sein müsste.
Die Jahre zogen in's Land und ich
hörte mich so durch die verschiedenen Musikrichtungen, angefangen von Onkelz
bzw. irgendwelchen Oi-Derivaten über Punk (Slime) hin zu Metal á la Slayer,
Metallica, Motörhead, Blind Guardian, Iron Maiden um irgendwann zu beschließen
das Metal in allen Variationen meine Musik ist. Trotz allem höre ich natürlich
nach wie vor alle anderen Musikrichtungen die irgendwann mal von meinem Gehör
für gut befunden wurden.
Eines
Tages dann war ich mal bei einem Kollegen, der eine alte e-Gitarre (Hohner ST
Lead) bei sich rumstehen hatte die ich kurzerhand geschenkt bekommen habe. Das
brachte mich natürlich unheimlich weiter, da ich weder was vernünftiges darauf
spielen konnte, noch über irgendwelches Equipment verfügte. Da blieb mir nicht
viel über als das Teil über's Tapedeck an meine HiFi Anlage anzuschließen und
die Songsammlung aus dem Gitarren-Kurs von damals rauszukramen.
Da ich noch nicht mal ein Plektron hatte habe ich 2-3 Wochen mit einem 10
Pfennig Stück herum geklimpert und versucht "house of the rising sun" und "what
shell we do with the drunken sailor" zu spielen bis die Fingerkuppen meiner
linken Hand komplett mit Blasen überdeckt waren. Kurze Zeit später habe ich mir
mein erstes Effekt Gerät gekauft (ZOOM 510) und da war sie...DIE VERZERRUNG!!
Naja immerhin konnte ich jetzt laut vor mich hin düdeln und habe mich wie der
Wargod of Metal gefühlt...bis ich das erste mal proben war.
Das erste gemeinschaftliche Musizieren
fand in einem kleine Proberaum in Witten Annen statt, wo ein paar Kollegen ab
und zu Musik gemacht haben aber eigentlich hauptsächlich Alk und Dope
konsumierten. Tsja und ich ging mit dem festen Vorsatz dorthin mal richtig
abzurocken. War leider ein echter Reinfall, da ich nicht mehr als den Anfang von
"Am I Evil" von Metallica konnte und ansonsten nur meine Akustik-Scheiße von
damals. Also eigentlich wollte ich zu der Zeit noch mal nen Gitarren-Kurs
mitmachen aber irgendwie habe ich das bis heute konsequent vermieden. Achja,
abgesehen davon habe ich natürlich auch des Öfteren mit Stefan G. aus B. (aliasZyklopdeath, Schlagzeug *g*) in seiner damaligen WG, direkt am Bochumer
Stadtpark gespielt und ich denke wir sind für die ein oder andere
Enten-Fehlgeburt auf Grund von übermäßiger Beschallung verantwortlich *hehe*
Da ich damals noch keinen Verstärker
besaß und immer über irgendwelche fremden Bassverstärker spielte, habe ich ein
bisschen im Reviermarkt gestöbert und einen gebrauchten Marshal JCM 900 (Dual
Reverb) Verstärker gekauft, der vom Vorbesitzer Abstellschrank für seine
Zimmerpflanzen benutzt wurde...für 400DM ein echtes Schnäppchen. Hätte ich
gewusst wie schwer die Scheiß-Dinger sind wäre ich lieber beim Blockflöte
spielen geblieben. Wo ich schonmal dabei war konnte ich mir auch gleich ein
neues Efekt Gerät besorgen (ZOOM GFX 707) das mir bis heute treue Dienste
erwiesen hat und einen entscheidenden Vorteil hatte: Es gab keine Rückkopplungen
mehr wenn man den Verstärker über Altersheimlautstärkepegel aufdrehte und es
hatte einen eingebauten Drum-Computer. Das war sehr cool, weil man so endlich
mal ein bisschen Timing und Takt halten üben konnte.
In der Zwischenzeit hatte ich mir auch
mal ein paar Metallica-Songbooks besorgt (Master of Puppets und Kill em all) und
konnte von jedem Song 1-2 Riffs. Nach wie vor frage ich mich allerdings
wie man die Solis spielen soll oder ob die überhaupt von Menschenhand
eingespielt wurden *g*. Dann kam das Internet und der fabulöse Olga Service, auf
dem es fast alle bekannten Metal-Song Tabulaturen zum Download gab. Irgendwie
reichte es mir immer ein paar Sequenzen eines Songs einigermaßen zu spielen, man
konnte ja einfach alles was man aus verschiedenen Songs gelernt hatte
zusammenschmeißen und fertig waren 10 Minuten Geschrammel am Stück. Irgendwann
dachte ich das es so langsam mit dem Abkupfern anderer Bands reicht und
beschloss ab jetzt nur noch eigene Kreationen zu spielen und diese erstmals
aufzunehmen.
Da ich schon immer ein großes
Interesse an Rechnern hatte und meine Eltern mir netterweise immer bei der
Finanzierung selbiger geholfen haben (waren schweineteuer damals!) hatte ich ein
geeignetes Aufnahme Medium zur Verfügung und fing an erste Songs mit dem PC, dem
ZOOM Effektgerät und dem integrierten Drum-Computer aufzunehmen (Beispiele in
der Songs Ecke). Zu der Zeit entstanden ca. 50 Songs wobei 7 mit Gesäusel oder
Sprecheinlagen von mir verziert wurden.
So langsam gab abermeineGitarre den Geist auf und ich entschloss mich in den
teuren...äh sauren Apfel zu beißen und mir für 1000DM eine Jackson Performer
Gitarre zu kaufen. Das Ding sah endlich mal nach Metal aus und ist bis heute
noch top in Schuss!
Wo ich doch jetzt schon so eine tolle
Klampfe hatte, wollte ich auch ganz gerne mal wieder ein bisschen lauter und in
so etwas wie einer Band Musik machen. Gibt ja abgesehen davon nix besseres als
nach einem katastrophalen Tag seine ganze Aggression bei brachialer Lautstärke
auf der Gitarre auszuknüppeln. Kurzum in einem schicken Jugendheim in
Bochum-Gerthe tummelte sich seit geraumer Zeit Stefan G. aus B. mit seiner
Bingo-Bongo Truppe und so schloss ich mich einfach mal an und spiele seit dem
mehr oder weniger häufig mit ihm.
Prinzipiell sind zwei Mann für eine Band etwas wenig, zumal ein Sänger schon
nicht verkehrt wäre und so beschloss ich eines Tages mal ein paar Songs mit
Gesang aufzunehmen. Die ersten Versuche waren ziemlich jämmerlich, da der Sound
aus dem Zoom Effekt Gerät super synthetisch rüber kam und das Mikro (Preis 10DM)
auch nicht gerade der Bringer war.
Also wieder ab indenLaden und fluchs
ein LINE 6 POD 2 gekauft...der Sound war genial und den professionellen
Aufnahmen am eigenen Rechner in der eigenen Bude stand nichts mehr im Wege. Ich
habe mir dann anschließend noch ein Behringer MX602A Mixpult und ein Sennheiser e-845S
und nachträglich noch ein Shure SM57 Mikro besorgt. Das ganze Equipment ist auch sehr praktisch um im
Proberaum mitzuschneiden und war nicht so super teuer...naja gut, war schon
teuer aber dafür geht man schließlich hart arbeiten *g* .
Jetzt hatte ich die ersten Tracks
eingespielt, wobei sich das eigentlich auf die Gitarre bezog. Die Drums habe ich
aus Loops zusammengebaut und wenn ich mal einen Bass verwendet habe dann auch
auf der Basis von Samples. Ich war ja auch willig es mal mit Gesang zu probieren
aber die Frage war in welcher Sprache! Nach kurzem Überlegen entschied ich mich
es auf Deutsch zu probieren. Ich fand schon immer Bands á la Onkelz, Nordwind
oder Slime sehr geil und die haben alle auf Deutsch gesungen...wüsste eh nicht
wie ich mich auf Englisch vernünftig ausdrücken sollte. Jetzt fehlte nur noch
der erste Text. Da ich zu der Zeit ständig im Büro mit Radio-Folter beschallt
wurde (eigentlich hat sich bis heute nix daran geändert) handelte der erste Song
über Ohrenkrebs durch einslive-Beschallung. Wie man an den Songs hört bin ich
wirklich kein talentierter Sänger aber man muss bedenken das die Vocals zur
Nachtzeit in's Mikro geflüstert wurden, damit ich meine Nachbarn nicht mit
meinen Geträller wecke *g*. Nachdem ich die erste Hemmschwelle, sprich den
ersten wirklichen Gesangs-Song aufgenommen hatte war ich schwer motiviert.
Wo ich schon mal die Technik am Start
hatte wurde ich auch direkt überproduktiv und habe so an die 10 Songs mit Gesang
aufgenommen (und ein Video...siehe making off). Tsja und dann dachte ich mir das
es ja wenig bringt wenn man die Songs nur aufnimmt und niemand sie hört (außer
meine Arbeitskollegen denen ich natürlich jeden vorspiele, nur um das Mitleid in
Ihren Augen mitzunehmen :-). Also habe ich mir überlegt wie man ohne
finanziellen Aufwand ein breites Publikum erreicht...na klar, über's Internet.
Gesagt getan, die Domäne Sodomianse.de hatte ich eh noch frei (damals zusammen
mit Suicidal.de geordert...war mein ehemaliger Internet-Nick) und die Songs
konnte man prima bei mp3.de oder myownmusic.de hosten und voliá...der
Projekt-Name SodoMiansE wart geboren!
Ursprünglich hieß das ganze ja
PiAtanic Lee(h)rmacht (PIA ist mein Kürzel in der Firma) aber so habe ich kurzer
Hand die erste Demo-CD so genannt.
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