Eines vorweg: Fragen und Kommentare zu diesem Artikel sind sehr erwünscht und können entweder per Kommentar, PN oder im Pimp My Guitar Forum hinterlassen werden!
Je länger man mit Instrumenten, in meinem Fall mit Gitarren zu tun hat, desto
eher kristallisiert sich der Wunsch nach einer Individualisten-Wunder Gitarre
heraus.
Bei mir gab es eigentlich schon immer die Idee mal eine echte Gibson zu
erwerben, aber ich habe mich immer dagegen entschieden weil mir die Preise für
eine vollwertige SG bzw. Les Paul einfach zu hoch sind. Ich will damit nicht
sagen das die Preise nicht gerechtfertigt sind, eher das sich die Investition
von über 1000€ für meine Fähigkeiten eigentlich nicht lohnt.
Eines vorweg: Im Laufe dieses Artikels wird sich für Euch vielleicht auf Grund
des Arbeitsaufwandes und der verwendeten Komponenten herausstellen warum eine
echte Gibson diesen Preis hat.
Mich hat es aber vielmehr gereizt a) herauszufinden was den Sound der teuren
Originale eigentlich ausmacht und b) mit eigenen Mitteln und begrenztem
finanziellen Rahmen ein ebenbürtige Gitarre zusammenzubauen.
Man hat einfach den Vorteil das man genau das verbaut und konfiguriert was einem
persönlich an einer guten Gitarre wichtig ist, nebenbei eine Menge über den
Aufbau und den Zusammenhang zwischen Bauteilen / Materialien und Klang lernt und
am Ende der Arbeit ein individuelles, mit Blut und Schweiß geleimtes
persönliches Meisterstück in Händen hält.
Einen Schritt weiter geht man natürlich wenn man die komplette Gitarre selber
baut, angefangen vom Body über den Hals bis zu den Pickups aber ich denke die
dafür benötigte Zeit, Geduld, Fingerfertigkeit und Werkzeugausrüstung bringen
nur die wenigsten mit. Trotzdem habe ich mir natürlich das standard Werk für
E-Gitarrenbau mit dem gleichnamigen Titel zugelegt und es sei jedem für ein
gewisses Maß an Grundwissen wärmstens empfohlen!
In diesen Pimp My Guitar Artikel geht es ausschließlich um die Umgestaltung und
Restaurierung einer bereits bestehenden SG Gitarre.
Unterstützt wird das ganze von zahlreichen Bildern so das Ihr einen guten
Einblick vom Anfang bis zum Ergebnis bekommt. Das Endresultat findet natürlich
erst auf der letzten Seite...achja und man sollte ein wenig Zeit mitbringen wenn
man den Artikel hier komplett durchlesen will *g*
Ich versuche so gut wie möglich alle Quellen die mir weitergeholfen haben zu
verlinken, denn ohne lesen, recherchieren und nachfragen geht bei so einem Thema rein gar nichts!
Der Artikel sollte auch für Einsteiger verständlich sein, so gut es geht werden
Fachbegriffe oder Anglizismen in Klammern erklärt.
Am Anfang war das Holz
Zu Beginn aller weiteren Schritte stand zunächst die Überlegung was ich als
günstige Plattform für einen Umbau nehmen. Die Entscheidung sollte zwischen
einer SG und Les Paul fallen, wobei ich inzwischen schon zwei Les Pauls habe
(eine mit EMGs umgerüstet) und eigentlich schon immer eine zweite SG haben
wollte.
Eigentlich wollte ich die günstigste SG Kopie eines 0815 Herstellers nehmen und
hätte mir beinahe bei Thomann
ein Harley Benton SG Kopie für knapp 120€ gekauft.
Das wäre wohl ein übler Fehler gewesen, denn nach dem durchlesen zahlreicher
Reviews auf
Harmony
Central stellte sich schnell heraus das die günstigen Gitarren nicht
unbedingt schlecht sind aber, auch nie eine Chance haben werden wie eine echte
Gibson zu klingen. Diese hat zum einen mit dem verwendeten Holz zu tun und zum
anderen mit der Art der Verarbeitung (z.B. geschraubter Hals, Form des Körpers
und Gewicht, Mensur des Halses und und und). Da ich unbedingt an den
Gibson-Sound ran wollte, entschied ich mich für die einzige wirklich lizenzierte
SG-Kopie die von der Gibson-Tochter
Epiphone hergestellt
wird. Von Epiphone hatte ich schon zig Gitarren und war immer höchstens
zufrieden was die Verarbeitung und die Bespielbarkeit anging. Allerdings kostet
eine SG-400 mal eben schlappe 329€. Dafür bietetet sie einen eingeleimten
Mahagoni Hals mit Rosenholz Griffbrett inkl. Trapez-Inlays, einen Mahagoni
Körper und die originalen Bohrungen für die Elektronik und Pickups wie die
Gibson SG (so die Theorie ;-).
An sich also die besten Vorraussetzungen für einen Umbau bzw. eine Umgestaltung.
Nun wollte ich die SG allerdings auch neu lackieren, mit einem originalen
Gibson-Schlagbrett und Gibson-Pickups (Tonabnehmern) ausstatten und von daher
wäre 329€ doch ein wenig viel. Nach ein bisschen herumstöbern im Netz bin ich
bei eBay auf einen Anbieter gestoßen, der transportgeschädigte Epiphones
professionell repariert und zu einem Bruchteil des original Preises verkauft.
Für knapp 220€ hätte man dort eine SG-400 mit geleimter Kopfplatte bekommen.
Aber wie immer bewährt sich ein Anruf und so stellte sich heraus das der
Anbieter noch eine SG Worn Brown mit leichtem Hals-Anbruch und ohne Schlagbrett
für knapp 180€ zu verkaufen hätte. Diese Variante kostete zur Zeit im Laden über
400€ und nachdem ich mich bei
Gearbuilder über
die Konsequenzen von geleimten Gitarren schlau gemacht habe, viel mir die
Entscheidung recht einfach. Geleimtes Holz ist wesentlich stabiler als die
Stelle vor der Verleimung und wenn die Arbeit professionell gemacht wurde gibt
es keine weiteren Auswirkungen außer dem Schönheitsmakel.
Der wiederum stört mich ja nicht besonders da eh überlackiert werden soll und
Hals oder Kopfplattenbrüche sind bei SGs keine Seltenheit. Ein entscheidender
Vorteil des Worn Brown Variante war übrigens auch die (fast) unlackierte
Oberfläche, was im Anschluss das Abschleifen wesentlich einfacher machen sollte.
Bilder der originalen Epiphone SG Worn Brown (zum Vergrößern bitte anklicken)
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